Wir leben unseren Traum

02.01.2010 Apriach (Heiligenblut / Österreich)

Heute starten wir um 05:15 Uhr Richtung Heiligenblut. Diesmal nicht mit unserem Duc. Wir wollen auf eine Alm die 1700 m hoch liegt. Dort sind wir vor unserem Wohmo Leben schon 5 mal gewesen und die Hütte hat uns immer wieder fasziniert. (Hüttenurlaube in Apriach: 12. – 26.07.2003, 05. – 19.06.2004, 05.01. – 14.01.2006, 12.10. – 21.10.2006, 18.08. – 01.09.2007, 02.01. – 17.01.2010) Wir haben sie zu jeder Jahreszeit besucht und der Januar 2006 hat uns besonders gut gefallen. Deswegen hat Manni im Herbst beschlossen: Da müssen wir noch mal hin. So haben wir unseren Sohn gefragt ob er uns seinen Audi für diese Zeit leiht. Er und seine Freundin müssen in der Zeit mit unserem kleinen Twingo auskommen. Der Duc würde die Steigung, gerade im Winter, wohl nicht schaffen. Außerdem ist die Hütte einfach zu urig. Im Winter gibt es keinen Strom (Solarzelle zugeschneit, ansonsten Strom sowieso nur für Licht), kein fließendes Wasser. Das muss Manni von einer ca. 100 m entfernten Quelle holen. Bedeutet: Duschen nur mit Waschlappen am Waschbecken. Fönen ist nicht, das Haar wird einfach durch drücken in Form gebracht….Das Wasser wird vorher auf dem Ofen heiß gemacht. Dieser Ofen beheizt auch das Bad. Also steht auf dem Ofen stets ein Einkochkessel, somit hat man immer warmes Wasser.

Wir freuen uns tierisch auf die Hütte. Wilko wird hier auch ein paradiesisches Leben haben.

Und nun zur Wirklichkeit. Wir kommen erstaunlich gut durch obwohl hinter der Mosel Schneefall einsetzt. Doch dann geht es los. Auf der A8 von Aichelberg an haben wir 20 km stockenden Verkehr. Danach geht es gut bis kurz vor München. Ab der A99 bis München Süd nur stockender Verkehr. Muss doch mal besser werden. Aber nein. Ab dem Kreuz München Süd 100 km Stau bis Bad Reichenhall. Zum Glück wollen wir ja ab dem Inntaldreieck auf die A 93 Richtung Kufstein wechseln. Doch auch dort: Stau ohne Ende. Wir wollten gegen 15 Uhr an der Hütte sein, doch das wird wohl nichts. Ab Kufstein Süd geht es auch über die Bundesstraßen nur im Schritttempo bis St. Johann in Tirol. Es ist jetzt aber auch schon 17 Uhr und unsere Ankunft ungewiss. Wir haben schon mehrfach mit Thomas, unserem Hüttenwirt telefoniert. Er soll ja nicht unnütz für uns anheizen. Die Felbertauernstraße ist relativ gut zu fahren, nur am Pass Thurn sind die Straßen geschlossen schneebedeckt. Ansonsten viel Schneematsch und Glätte. Nach der Mautstelle ist zwar immer noch Schnee auf der Fahrbahn, es lässt sich aber nach kurzer Zeit besser fahren. Schlecht ist die Dunkelheit. Man kann die Fahrbahnverhältnisse nicht mehr so richtig einschätzen.

Gegen 18:50 Uhr erreichen wir Heiligenblut. Thomas haben wir informiert und wir treffen uns an der Volksschule in Apriach. Er ist mit seinem Sohn gekommen und gemeinsam wollen sie uns hoch bringen. Thomas fragt Manni ob er den Audi fahren soll. Manni willigt ein und wir sollen, wegen dem Gewicht, mit seinem Sohn (All-Rad) mitfahren. Wilko bleibt im Audi. Nach der ersten Steigung hält Thoms Sohn kurz an um auf All-Rad zu wechseln. Das kann Thomas im Audi nicht ausgleichen. Er muss noch mal ein Stück zurück um neuen Anlauf zu nehmen. Doch ab da folgt er uns, manchmal etwas zurück aber immer dran. Das All-Rad Auto dreht sogar manchmal durch.

Um 19:30 Uhr sind wir oben angekommen und der Audi wird geparkt. Thomas Sohn spendiert mit Vaters Auto Licht für den Abgang zur Hütte. Die beiden sind so lieb mit Manni alles Gepäck zu tragen. So trage ich nur was ich im ersten Schwung in den Händen habe. Ich soll dann mit Wilko auf der Hütte bleiben. Die Männer machen den Rest. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an Thomas und seinen Sohn.

Und dann die Überraschung. Es hat sich viel auf der Hütte verändert. Im Herbst wurde Strom gelegt. Dadurch ist jetzt auch im Winter fließendes Wasser, duschen, fönen, Handy laden etc. möglich. Wir sind eigentlich entsetzt. Hatten wir doch unsere Hüttenromantik von vor 4 Jahren in Erinnerung. Aber dem zum Trotz. Die Abende werden wir bei Kerzenschein verbringen.



03.01.2010 Apriach _ Schachnern


Es ist ein herrlicher Sonnentag. Der Blick von der Hütte in die Berge ist einfach grandios.

Blick von der Hütte auf den Großglockner

Blick zur Schobergruppe

Die Hütte von Westen

Die Hütte von Süden

Die Hütte von Osten und Norden

Der "Parkplatz"

Blick vom "Parkplatz" zur Hütte

Manni will noch die Bank vor dem Jesus Kreuz frei schaufeln. Wilko genießt derweil den Schnee.

Das Jesus Kreuz

Manni schaufelt und schaufelt....

...ist ganz stolz....

...und das Ergebnis.

Wilko genießt den Schnee

Ich bin hier der Hausherr....

Er hechtet jedem Schneeball hinterher

Hier bin ich Hund....

...hier will ich bleiben

Wilko lernt auch ganz schnell dass Herrchen es gut meint wenn er ihm den gefrorenen Schnee zwischen den Ballen hervorholt

Diese Quelle ist 100 m von der Hütte entfernt. Von dort hat Manni im Januar 2006 unser Trinkwasser mit Eimern geholt.

Das Bad will nicht warm werden. Es gibt jetzt einen kleinen elektrischen Frostwächter. Wir machen ihn aus Not an. Später probieren wir aus: Der Heizkörper im Bad wird nur warm wenn in der Wohnküche voll befeuert wird und das über drei Stunden. Müssen wir Thomas sagen.

Mittags gehen wir runter zum Lenzerhof. Beim Verlassen der Hütte kommt ein Pferdeschlitten berghoch. Es ist der gleiche Kutscher der uns schon 2006 durch die Apriacher Alm kutschiert hat. Er und seine Frau erkennen uns auch gleich wieder. Der Kutscher weiß noch dass ich damals seinen kleinen Enkel auf den Schoß genommen habe weil er einschlief und vom Kutschbock zu fallen drohte. Heute ist der Bub schon 7 Jahre alt.

Die Pferdeschlittenleute

Die Hütte vom Güterweg aus gesehen

Unterwegs zum Lenzerhof...

...durch eine herrliche Winterlandschaft

Es macht viel Spaß durch den Schnee zu stapfen, vor allem dem Hund.
Nach ca. 20 Minuten erreichen wir Schachnern. Hier kommt man als erstes an einem Rohbau vorbei. Der stand schon 2003 so da. Er wird wohl nie fertig gestellt werden. Er sollte mal ein Hotel werden aber dann ist dem Investor das Geld ausgegangen.

Blick auf Schachnern

Der Rohbau

Der Lenzerhof

Den Lenzerhof haben wir, bei unseren anderen Hüttenurlauben, schon oft besucht. Heute ist Wilko das erste Mal dabei, er benimmt sich, wie immer, super. Der Wirt macht, nachdem Manni ihn zufällig fotografiert hat (er kam gerade zur Tür rein als Manni die Malerei auf der Tür knipsen wollte) ein Bild von uns. Leider im Gegenlicht.

Die Gaststube...

...mit gemütlichem Kachelofen

Kurt Kellner, der "singende Wirt"


sein Gastgewerbediplom

vom Wirt fotografiert

Nach einem leckeren Essen machen wir uns auf den Rückweg.

Nach der Ruhepause im Lokal tobt Wilko durch den Schnee

Gegen 15:30 Uhr kommen wir wieder an der Hütte an. Uns sind mehrere Rodler begegnet und viele Spaziergänger haben wir getroffen.

Die Rodler fahren den kompletten Güterweg (ca. 5 km) mit dem Schlitten bergab

Die Spuren im Schnee verraten, dass auch viele Tiefschneeskifahrer unterwegs waren. Auch die Kutscher haben noch Schlittenfahrten.

Die letzten drei Pferdeschlitten des Tages

Bis zum Dunkelwerden ist noch ordentlich Betrieb auf der Alm. Doch mit Einbruch der Dunkelheit wird es hier oben wieder ruhig.


04. - 09.01.2010 Heiligenblut und Hüttentage

Nach einer bitterkalten Nacht liegt Morgens die Schobergruppe in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens, der Mond ist noch nicht untergegangen.

Der Großglockner in der Morgensonne

Blick in die Lienzer Dolomiten

Heute ist es passiert. Wir haben alles befolgt aber morgens gibt die Toilettenspülung ihren Geist auf. Eingefroren. Wir gehen wieder zu dem alt bewährten über. Deckel des Spülkastens ab und Wasser mit einem Eimer einfüllen.

Wie 2006, Wasser eingefroren, also Wasser mit Eimer in den Spülkasten und schon kann wieder abgespült werden

Zum Frühstück ruft Thomas an und erkundigt sich ob alles ok ist. Ich erzähle ihm das Problem der Toilette, sage auch dass der Heizkörper im Bad nicht bis unten warm wird und löse damit einen riesigen Aufwand aus.

Ich habe gerade geduscht, natürlich erst gegen 10 Uhr, dann ist die Heizung erst warm, dann kommt plötzlich ein Sanitärfachmann. Thomas hat ihn wohl geordert. Er kann aber wohl auch nichts machen. Das Wasser zum Spülkasten der Toilette ist eingefroren. Das wird bei den Temperaturen auch nicht mehr zu ändern sein (Tags ca -7° nachts ca. – 20°).

Waschbecken mit Frostwächter und Dusche

Das Wasser am Waschbecken lassen wir Tag und Nacht laufen, wegen der Frostgefahr. Da das Wasser aus einer Quelle kommt entstehen dabei keine Kosten

Wasservorrat für die Toilettenspülung

Im Schnee ist es am schönsten.

Das Skigebiet am Schareck

HuHu

Nördlich der Hütte ist ein riesiger Betrieb von Skiwanderern die berghoch gehen und dann anschließend von oben die Abfahrt genießen. Wir beobachten sie den ganzen Tag mit dem Fernglas. Erst machen sie mühevoll Berg hoch, dann, immer wieder mit Pausen, bergab.

Tourengeher

Ich nutze die Zeit um mit Wilko Übungen zu machen.

Sitz

Platz

 

Bleib

Komm

Fuß

Frei Fuß folgen

Nach dem Mittagessen machen wir eine Wanderung über die Apriacher Almen zu den Schachnern Almen und zurück.

Dabei kommen wir bei den Apriacher Pferdefreunden vorbei.

Von hier aus starten die Pferdeschlittenfahrten.

Unterwegs hat auch die Neuzeit Einzug gehalten. Der Mast war 2007 noch nicht da

Die Schachner Kasern

Die Zirbenhütte, sie gehört zum Zirbenhof und ist fest an schweizer Jäger vermietet

Später fahren wir, nach Absprache mit Thomas, noch mal runter. Eigentlich wollten wir nach Lienz. Wir entscheiden aber dass unsere Einkäufe auch in Heiligenblut zu erledigen sind.

Heiligenblut

Glühwein....

...zum Après Ski

Die Großglockner Bergbahn in Heiligenblut

Abendliches Heiligenblut

Um 17:15 Uhr sind wir mit Thomas an der Volksschule in Apriach verabredet. Kurz nach 17:30 Uhr kommt seine Frau mit Sohn. Sie nimmt uns im Allrad mit. Der Sohn fährt den Audi. Wir warten auf der Alm ca. 20 Minuten. Dann kommt er. Aufgrund der Glätte ist er rückwärts hochgefahren. Wir hätten uns wahrscheinlich hoffnungslos festgefahren.

Jetzt sind wir, auch lebensmitteltechnisch, für weitere Schneefälle und alles Sonstige gerüstet. Von uns aus kann jetzt die Alm zuschneien.

So bleibt es die nächsten Tage. Wir wandern mit Wilko über die Almen. Er ist total zufrieden. Er huscht durch den Schnee rauf und runter, er hätte Gams werden können. Zur Belohnung gibt es, wieder an der Hütte, Glühwein für uns und für Wilko einen Kauknochen.

Glühwein auf dem Balkon

Es hat wieder zu schneien begonnen.


Die einzelnen Schneekristalle sind wunderschön

Langsam bekommt der Audi eine weiße Haube

Donnerstag kommt Thomas jüngster Sohn und isoliert die Kuhstalltür. Und siehe da, Nachmittags funktioniert plötzlich die WC-Spülung wieder. Thomas ist total erleichtert als wir es ihm sagen. Er hatte Angst vor geplatzten Leitungen.

Ich stricke fleißig an meiner Norweger Jacke und Manni schaut sich auf dem Laptop in Ruhe alle Bilder an.

Stricken und Bilder gucken.

Unsere Sitzecke und der Holzofen. Er steuert die komplette Heizung.


Mannis Erfindung. Das Wasser soll auch im Abwasch Nachts laufen. Damit wir das nicht hören hat er einer Wasserflasche den Boden abgeschnitten. Diese wird am Wasserhahn angebunden. Das Wasser läuft nun durch die Flasche in einen Messbecher und fließt dann geräuschlos über den Rand des Messbechers in den Abfluss.

Die Pfedeschlitten fahren noch täglich. Heute, 09. Januar 2010, ist Wilko 9 Monate alt. Er hat jetzt eine Höhe von 68 cm. Auf mich hört er ziemlich gut, aber ansonsten ist er jetzt im Flegelalter. (Warum soll ich hören, ich kann ja auch nach 6 mal rufen kommen…)

Es hat weiter geschneit. Manni schippt mehrmals am Tag Schnee.


Frühsport

Na los, komm runter, spielen....

Der Großglockner ist komplett zugeschneit

Die Tür zum Kuhstall, jetzt mit Außenlampe

Strom auf der Alm, bis vor kurzem für uns undenkbar

Der Sicherungskasten

Alles auf dem neuesten Stand

Mannis Hauptarbeitsplatz

Pferdeschlittenfahrt im Schneetreiben

Für Wilko hat Manni sich eine Balkonsicherung ausgedacht. Eine Bank quer und zwei Bretter davor. Der Kerl würde sonst unbeobachtet runterlaufen und die Gegend erkunden.

So langsam verschwindet der Audi

Zwei Kutscher kommen mit einem Schlitten den Weg westlich von der Hütte herunter.

Ihr Golden Retriever sprintet hinterher

Morgen wandern wir gegen 16 Uhr runter nach Apriach. Thomas will uns seinen Hof zeigen. Wir sind schon sehr gespannt.

 

10. 01.2010 Hofbesichtigung

Es wird wieder ein schöner Tag. Der Schneefall hat aufgehört.

Manni fotografiert beim Schneeschippen

Heute habe ich meine Norwegerjacke fertig bekommen. Jetzt fehlen nur noch Knöpfe. Nach einem leckeren Mittagessen genießen wir noch etwas Restsonne. Ab 15 Uhr legen wir kein Holz mehr nach. Thomas und Christa wollen uns nachher wieder hochfahren und den Herd sauber machen (er zieht nicht so richtig). Gegen 16 Uhr wandern wir mit Wilko runter.

Auf dem Weg nach unten

Er ist wieder total jeck, jede Spur von Rehen und Hasen interessiert ihn. Das letzte Stück bergab ist sehr glatt, auch die Aprichaer Straße bis zum Haus von Thomas und Christa ist sehr glatt. Wir sind aber pünktlich um 17 Uhr dort. Wilko binden wir draußen an. Im Haus ist seit 2 Tagen ein Border Collie Welpe Namens Charly. Es ist ein süßer kleiner Kerl den man nur knuddeln möchte. Man merkt Thomas an dass er sehr stolz auf diesen kleinen Kerl ist.

Noch passt Charly in seinen Korb

Der 8 Wochen alte Welpe genießt das kraulen


Guckt mal, ich kann schon Pfote geben


Thomas ist sehr stolz auf Charly

Nach einer Jause (Brotzeit), Thomas und sein ältester Sohn sind von der Arbeit am Lift nach Hause gekommen, geht es dann endlich zum Hof. Thomas geht, mit Taschenlampe bewaffnet, zu Fuß. Er wird in ca. 10 Minuten dort sein. Wir fahren mit seinem jüngsten Sohn über Heiligenblut. Dort muss noch getankt werden. Einige Zeit nach dem Jungfernsprung (Wasserfall) geht es links ab, Berg hoch (einspurig). Es dauert nicht lange und uns kommt der Schneeräumer entgegen. Wir finden eine Ausweiche und sind erstaunt. Hier räumt die Feuerwehr. Nach ca. 20 Minuten kommen auch wir auf dem Hof an.

Der  Stall

Hier erleben wir als erstes das Bauernleben von Thomas. Er füttert mit seinem Sohn die Kühe und Kälber.

Der Sohn schmeißt das Heu vom Boden und Thomas verteilt es zwischen den Kühen

Gemolken wird hier nicht. Das erledigen die Kälber.

Trinkendes Kalb

Gefüttert wird Heu. Es wird vom Boden runter geworfen und dann verteilt. Stroh muss zugekauft werden. Die Kälber werden nach der ersten Fütterung von ihren Müttern abgetrennt. Das ist schon faszinierend. Thomas stößt kleine Pfeiflaute aus und alle Kälber kommen, obwohl sie noch eben an den Zitzen ihrer Mütter hingen, angerannt und folgen ihm in den Kälbertrakt. Hier müssen wir neidlos anerkennen: die Kälber hören besser als Wilko!!!

Mit kleinen Pfiffen lockt Thomas alle Kälber von ihren Müttern weg

Nachdem alle Kälber weg sind beginnt das große Fressen

Der Bauer lässt sich noch mit seinen Gästen ablichten....

und fotografiert danach uns.

Ganz besonders stolz ist Thomas auf seine vielen Kälber

Traurig ist, dass sie ausgewachsen nicht viel mehr Geld einbringen als Kalb.

Für heute ist die Arbeit getan

Aber dann kommt das Highlight. Nach der Arbeit im Stall lädt uns Thomas noch zum Tee ins Wohnhaus. Es ist 500 Jahre alt. Hier lebt die 91jährige Vorbesitzerin des Hofes mit ihrer polnischen Pflegerin. Als wir das Haus betreten fühlen wir uns beide um 100 Jahre zurück versetzt. Aber nicht negativ. Es fasziniert uns einfach. Es ist, als wären wir plötzlich in einer Filmkulisse eines Heimatfilmes. Das kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben. Hier stört nur die Energiesparlampe. In der Wohnküche steht das Pflegebett der Vorbesitzerin. Die Polin hat Tee für uns gekocht. Es spielt sich alles hier ab. Es gibt noch eine Wohnstube. Dort steht das Bett der Pflegerin. Das Haus selber ist noch sehr ursprünglich. Die Türen aus Holz mit Riegeln. Die Zimmer mit Rundgewölbe und der alte Esse Abzug ist noch vorhanden. Die Wände schwarz vom Rauch. Alles in allem, ein Haus mit Geschichte. Hier spürt man richtig das Leben welches hier über Jahrhunderte gelebt wurde. Einfach toll.

Thomas mit Celina, der momentanen Pflegerin der Hofvorbesitzerin

Energiesparlampe in der alten Esse

Das alte Rundgewölbe kommt auf den Bildern leider nicht richtig zur Geltung

Die Küchentür, alt aus Holz und zweigeteilt mit Verschlussriegel

Thomas schaut von der Flurseite rein

Der Holzofen

Zurück auf der Hütte machen Christa und Thomas noch den Ofen sauber. Es hat sich ganz schön viel Ruß angesammelt. Mal sehen ob er Morgen besser zieht.


Ofensäuberung

11. - und 12.01.2010 Hüttentag und Lienz

Am Montag genießen wir wieder einen reinen Hüttentag. Wilko tobt wieder ausgelassen durch den Schnee.

Die folgenden Bilder zeigen Wilkos Spaß im Schnee am 11. Januar 2010.



Für Dienstag, 12.10.2010, haben wir mit Thomas noch mal verabredet dass er uns gegen 17:15 Uhr noch mal hochfährt.

Schönes, ruhiges Winterwetter zeichnet diesen Tag aus.

So fahren wir nach dem Mittagessen nach Lienz.

In Lienz wird natürlich gestreut. Daher viel Schneematsch

Um diese Zeit ist nicht viel los. Die Touristen sind wahrscheinlich alle auf den Pisten

Wir bummeln gemütlich durch den Ort und ich finde auch ein Geschäft in dem ich passende Knöpfe für meine Jacke finde.

Wir erledigen noch diverse Einkäufe.

Auf dem Rückweg halten wir erst am Jungfernsprung:

Eine Jungfrau auf der Flucht vor dem Teufel – zu ihren Füßen eine senkrechte Felswand. In ihrer Verzweiflung springt sie und – von Engeln getragen – überlebt sie den Sturz unverletzt. Heute tosen an dieser Stelle die Wasser des Zopenitzenbaches zu Tal – in drei Kaskaden, mehr als 130 Meter hoch: Der Jungfernsprung! So die Sage. Doch heuer ist das tosende Wasser zu Eissäulen erstarrt.


Der Jungfernsprung

Die, momentan gesperrte, Aussichtstreppe, von hier geht ein sehr schöner Weg hoch zum Wasserfall

In Schachnern wollen wir noch am Zirbenhof anhalten. Hier sind wir bisher auf allen unseren Urlauben auf der Alm eingekehrt. Heuer wollen wir wenigstens mal guten Tag sagen. Wir werden herzlich von der Altbäuerin und Edith, ihrer Schwiegertochter, empfangen. Es gibt viel zu erzählen und so merken wir fast zu spät dass es schon 17 Uhr ist. Also schnell bezahlt und ab zum Auto damit wir rechtzeitig am Treffpunkt Volksschule sind. Als wir gerade einsteigen kommt Thomas gerade mit seinem Sohn von der Arbeit am Lift. Er hält kurz an und sagt, dass er gleich kommt. Wir fahren zum Treffpunkt und wirklich, nach kurzer Zeit ist Thomas mit seinem Sohn da. Thomas will den Audi selber hochfahren.

Unser Treffpunkt an der Volksschule

Ich erkläre Thomas noch wie man das ESP ausschaltet

Er kommt aber schon kurz vor der Forstschranke nicht mehr weiter. Daraufhin entscheidet sein Sohn den Audi wieder rückwärts hochzufahren. Doch in der ersten Kehre kommt auch er nicht weiter. So nimmt Thomas ihn rückwärts an den Haken und zieht ihn bis oben hoch. Der arme Dominique hat einen steifen Hals als wir oben ankommen. Eine tolle Fahrleistung von dem Burschen.

 

13. und 14.01.2010 Ballonunglück

Heute ist sehr schönes Wetter. Es fängt schon mit einem tollen Sonnenaufgang an. Der Großglockner wird rot von der aufgehenden Sonne angestrahlt.

Der Großglockner im Morgenrot

Wir machen uns einen gemütlichen Hüttentag und beobachten die Tourengeher.

Tourengeher auf dem Weg nach oben

Wilko hat wie immer seinen Spaß.

Wer schaut denn da zu Hütte rein?

Während ich auf dem Balkon in der Sonne Sudoku löse.....

...macht Manni....

...noch ein paar Innenaufnahmen.

Am frühen Nachmittag dann Entsetzen. Wilko ist weg. Wir rufen was das Zeug hält aber er kommt nicht. Manni geht hoch bis zu den Pferdeschlittenleuten. Aber er kommt auch dort nicht auf Rufen. Ich ziehe mich an und werde wohl talwärts gehen um ihn zu suchen. Als ich am Audi bin ruft Manni. Wilko ist da. Er war im Kuhstall eingesperrt. Manni hatte wohl nicht mitgekriegt dass er dort rein gelaufen war und die Tür, nachdem er Schnee geschippt hatte, zugesperrt. Und der Hund hat sich nicht gemuckt. Ich hatte vom Balkon anfangs unserer Sucherei mal ein leises Bellen gehört es aber vom Tal kommend eingeordnet. Wilko ist genau so aufgeregt wie wir. Die Wiedersehensfreude ist auf allen Seiten riesig. Und, ab jetzt hört er gut. Er kommt sofort wenn wir ihn rufen. Hat also letztlich etwas Gutes gehabt.

Später beobachte ich über den Lienzer Dolomiten einen Heißluftballon. Er hat eine gewaltige Höhe und ich wundere mich, denn es ist bereits 15:40 Uhr und in 20 Minuten wird die Sonne untergehen.


Was macht ein Heißluftballon kurz vor Sonnenuntergang....


...noch in so einer Höhe?

Den Donnerstag genießen wir wieder auf der Alm. Es ist wieder sehr schön. Abends schneiden wir unseren Schinken an.

Hmm lecker.

Und dann, plötzlich in den 18:30 Uhr Nachrichten: Gestern ist ein Heißluftballon in den Lienzer Dolomiten in steilem Gelände in 2300 m notgelandet. Wegen einer Windflaute konnte er seinen Zielort nicht mehr erreichen. Wegen der einbrechenden Dunkelheit verständigte der Pilot seinen Bodenbegleiter und entschloss sich zur Notlandung. Gegen 16.20 Uhr verständigte der Bodenbegleiter den Notarzthubschrauber, der zur Bergung der Ballonfahrer aufbrach Die Hubschrauberbesatzung rettete die 3 Ballonfahrer mittels Tau unverletzt. Dass kann nur der gestern von mir beobachtete Ballon gewesen sein.


15. - 17.01.2010 Hüttentage

Heute ist unser vorletzter Tag. Ein Tag mit Sonnenschein von Morgens bis Abends.

Morgenstimmung über den Lienzer Dolomiten

Manni baut uns vor der Scheune einen schönen Sonnenplatz.

In der Sonne ist es richtig schön warm

Wilko guckt vom Balkon aus zu

Der Blick in die Landschaft ist wunderschön

Und Wilko döst vor sich hin

Die Tourengeher nutzen das schöne Wetter auch redlich aus.

Wir beobachten sie mit dem Fernglas

Nachmittags lassen wir uns noch einen Glühwein schmecken

Um 15:52 Uhr fängt die Sonne an sich zu verneigen

Die Tautropfen der Dachrinnen werden immer zäher

Langsam zieht von Lienz her Nebel ins Tal

Um 16:04 Uhr verabschiedet sich die Sonne hinter dem Berg

Auch die Kutscher haben wieder eine Schlittenfahrt. Wenn ich jetzt, am Abend Manni so anschaue, hat er heute ordentlich Farbe bekommen. Das gleiche sagt er auch von mir. Hoffentlich wird Morgen unser letzter Tag auf der Alm ebenso schön.

Auch unser letzter Almtag ist sonnig ohne Ende. Nur das Tal, bis ca. 200 m unter uns, liegt in dichtem Nebel. Die Wolkenwand füllt das Tal von Lienz bis Heiligenblut. Von hier sieht es aus als habe jemand das Tal geflutet und wir blickten nun auf einen großen See.

Ein imponierendes Schauspiel. Nachmittag lichtet sich die Nebelwand für kurze Zeit um dann mit Sonnenuntergang das Tal wieder zu fluten. Es ist wieder ein wunderschöner Tag.



Auch die Tourengeher sind wieder unterwegs

Nachdem ich gepackt habe fängt Manni an das Gepäck ,das nicht einfrieren kann, hochzutragen.

Noch mal den Blick auf den Großglockner genießen

Und die Sonne noch mal genießen

Der letzte Sonnenuntergang

Am Sonntag dem 17.01.2010 treten wir gegen 06:45 Uhr die Heimfahrt an. Es hat in der Nacht wieder begonnen zu schneien. Die Straßen sind schneebedeckt. Da um diese Uhrzeit kaum Verkehr ist behindern wir die schneesicheren Österreicher nicht mit unserer vorsichtigen Fahrweise. Gegen 10 Uhr passieren wir die österreichich / deutsche Grenze bei Kufstein. Die Straßen sind inzwischen frei. Der Verkehr auf der A 93 ist stark aber es geht ohne Behinderungen weiter. Vor München verlassen wir die Autobahn am Hofoldinger Forst. In Hofolding liegt ein Landgasthof. Den haben wir auf unseren Österreich Touren schon öfter angefahren. Hier gibt es ganz tolles Essen zu kleinen Preisen.

Gegen 12 Uhr geht es weiter. Jetzt ist der Verkehr schon zähfließend. Doch ab München Süd geht es besser. Es regnet, zum Glück jedoch ohne Glatteis.

So kommen wir, von kleineren Störungen an Baustellen abgesehen, gut voran. Um 18 Uhr treffen wir zu Hause ein.